Auftakt im Zeichen der „Federweisse“

Auch dieses Jahr steigt wieder die Lange Nacht der Brauereien in München: Auf dem Gelände vom Giesinger Bräu präsentieren sich heuer am Freitag, den 21.7., 17:00–00:00 Uhr und Samstag, den 22.7., 11:00–00:00 Uhr, 19 Brauereien von nah und fern. Sie haben sich etwas Besonderes ausgedacht und hergestellt, das ich gestern vor Ort probieren durfte: ihr Gemeinschaftsbier, die „Federweisse“. Zusammen mit anderen Bloggern saßen wir in einem neu hergerichteten Veranstaltungsraum und verkosteten das bernsteinfarbene, stark hopfenbetonte und gewollt trübe Weizen-Schankbier. Drei Malzsorten, dunkles Weizenmalz, Pilsner Malz und Caramellmalz, sowie die Hopfensorten Tradition, Mandarina Bavaria und Callista verleihen ihm ein Aroma, das gut zur Leichtigkeit, Unbeschwertheit und Freiheit eines Münchener Sommers passt, vor allem, wenn der so richtig schön heiß und das Leben „easy“ ist. Der Brauer Thomas Müller erzählte uns nach seiner offiziellen Ansprache, von der ausgesuchten bitteren Note der Federweisse: Er hat sich tapfer durch die verschiedenen Stadien im Gärprozess probiert, was anfangs wohl kein Vergnügen war, und hat mitverfolgen können, wie der extrem herbe Ton sich nach und nach verwandelte und schließlich auch die exotischen Aromen, die auf die speziellen Hopfensorten zurückzuführen sind, entfalten konnten.

Meinen ersten Schluck von der Federweissen fand ich dann ziemlich überraschend: Die typische leichte Süße, die bayerische Weißbiere oft haben, und die bei manchen Norddeutschen nicht so geschätzt ist, fehlte. Kurz dachte ich: Ein Weißbier, das wie ein Pils schmeckt! Die Federweisse könnte so manchem Nordlicht, das bisher literweise Pils aus der Heimat importiert hat, seinen persönlichen Heureka-Moment bescheren und es dazu verführen, ganz auf Weißbier umzusteigen. Gut gekühlt getrunken kommt es erfrischend und tatsächlich leicht daher und passt hervorragend zur deftigen bayerischen Kost, was wir auch gleich mal austesteten. Zu schön finde ich noch die Geschichte zur Namensfindung: Auf meine Frage, ob Federweisse nicht zu ähnlich mit Federweißer, dem jungen Wein, sei, berichtete Thomas Müller vom Betriebsausflug nach Brüssel, vom gemeinschaftlichen Brainstorming, dem Praktikanten Florian Eder, dessen WLAN-Zugang im Hotel „F.Eder“ lautete und dem kleinen Schritt, da „Weisse“ anzuhängen und sich gemeinsam über das Ergebnis zu freuen.
Meine Empfehlung: Schaut am Wochenende im Giesinger Bräu vorbei und verschafft euch einen eigenen Sinnes-Eindruck von der Federweissen – und von der ganzen bunten Bier-Vielfalt, die die umtriebige und kreative Brau-Gemeinschaft sonst noch zu bieten hat.

Seen, Berge, Schlösser: Allgäu!

Vorletzte Woche hatte ich das große Vergnügen, ein paar Tage in äußerst angenehmer Gesellschaft im Allgäu, genauer gesagt in Schwangau im Ostallgäu, verbringen zu dürfen. Freunde haben dort einen Teil ihres Elternhauses zum späteren Alterssitz um- und ausgebaut. Schon oft hatten sie gefragt, ob ich sie nicht einmal besuchen wolle, und diesmal war ich spontan mit von der Partie. Von ihrer Wohnung aus hat man mal gleich einen ziemlich direkten Blick auf Schloss Neuschwanstein. Aber damit nicht genug: Auch Schloss Hohenschwangau, Schloss Bullachberg und das Füssener Schloss sind zu sehen. Das war Anreiz genug, um in den nächsten Tagen die Umgebung mit ihren smaragdgrünen Seen und den zipfligen Allgäuer Alpen zu erkunden. Wir wanderten um den Schwansee zum Alpsee (ab hier Tschaikowskis „Schwanensee“ als Untermalung innerlich laufen lassen), ständig begleitet von wechselnden Postkartenansichten auf Neuschwanstein und Hohenschwangau sowie die fast mediterran anmutenden Gewässer. Am nächsten Tag bekam ich eine Führung durch Schwangau, die im Café Gerlinde bei ganz hervorragendem Kuchen endete. Anschließend erkundeten wir das malerische und sehr belebte Füssen mit den schönen Gassen und seinem Hohen Schloss, abends ließen wir es uns am Hopfensee beim Abendessen gut gehen.

Nach so vielen Kalorien schien uns eine kleine Bergwanderung angebracht. Sie führte vorbei am tiefgrünen Alatsee, der den Lesern der Kluftingerkrimis aus dem Band „Seegrund“ bekannt sein dürfte. Der Schwangauer Freund erzählte mir glaubhaft, es gäbe dort eine besondere rote Alge, die das Wasser gelegentlich blutrot färben würde. Tauchen sei dort verboten, weil es wegen dieser Wasserlebewesen immer wieder Tote gegeben habe: Wikipedia erzählte mir später eine etwas andere Geschichte. Nach der Seeumrundung ging es hinauf zur Salober Alm, Österreich, wo wir Mittag machten. Die Jungs zog es weiter zum Falkenstein, ich schwächelte auf dem ersten Viertel der Strecke und kehrte zur Alm zurück. Unterwegs traf ich auf eine ausladende, sehr majestätische Buche, die mich ziemlich faszinierte. Den Höhepunkt unseres Kurzurlaubs hatten wir uns für den letzten Tag aufgehoben: Wir machten uns auf Richtung Schloss Neuschwanstein. Unterwegs hat man das Gefühl, man befände sich auf einer sehr weltlichen Pilgerfahrt: Menschen aus aller Frauen (hihi!) Länder, große, kleine, alte, junge, durchtrainierte, gebrechliche, zieht es bergan, um das Märchenschloss von König Ludwig II. einmal mit eigenen Augen zu sehen. Anfangs dachte ich ja, der Prachtbau ist so oft fotografiert worden, den kann ich in natura nicht mehr wirklich schätzen. Allerdings hat mich der Blick von der Marienbrücke über die Pöllatschlucht auf Ludwigs Zuhause im Allgäu eines Besseren belehrt: Die Lage ist einfach atemberaubend! Das führt bei sehr vielen Menschen zum Fotografier- und Selfie-Rausch, wobei durchaus Kleinstkinder mal so hoch gehalten werden, dass sie oberhalb der Brüstung der Brücke schweben, zwar schluchtabgewandt, was sie aber trotzdem ziemlich – von den Eltern unbemerkt – erschrocken aussehen ließ. Ein kleiner Rempler auf der überfüllten Aussichtsplattform und … Wir sind dann schnell wieder auf den Wanderweg ausgewichen und zur Bleckenau aufgestiegen, Ludwigs ehemaligem Jagdhaus und heute ein nettes Gasthaus mit prima Essen. Über einen schattigen Waldweg ging’s hernach bergab, nochmals vorbei an Neuschwanstein, Hohenschwangau, das ebenfalls eine einmalige Lage hat, und einem fantastischen Ausblick auf Schwangau, den Forggensee, Füssen und hinaus ins weite Land. Wie das so ist mit einer schier endlos scheinenden Weite: Sie weckt die Sehnsucht, weiter zu reisen, zu schauen, zu sein – und vielleicht mal wieder ins Allgäu zurückzukehren: Bisher habe ich ja noch keins der Schlösser von innen gesehen – was mir von verschiedenen Seiten inzwischen sehr nahegelegt wurde. Und: Die Ausblicke vom Tegelberg (mit Lift) sowie dem Säuling (mit guter Kondition und Trittsicherheit) sollen ja auch umwerfend sein.

Bavarian Big Five

„Ich gehe auf Fotosafari in die Münchner Innenstadt.“ „Na dann viel Spaß! Ich hoffe, du erwischst die Bavarian Big Five.“ „Die was?“ „Die fünf bayerischen Hauptattraktionen halt.“ „Aha. Mal sehen, was mir vor die Flinte, äh, Linse kommt.“ Hier das Ergebnis.

Und zwei konnte ich auf einen Streich erwischen. Allerdings nur als Symbolbilder.

Maßkrug & Brezn

Gegenvorschläge?

Ein Frühlingstag in Altomünster

Der Frühling ist dieses Jahr auf Teilzeit, deshalb sollte jeder sonnige Tag genutzt werden. Dieser Umstand führte uns, zusammen mit der Idee, sich mal ausgesuchte S-Bahn-Endstationsorte anzusehen, am Sonntag auf eine kleine, feine Wanderung nach Altomünster, nordwestlich von München gelegen. Es ging auf dem St.-Alto-Weg rund zwei Stunden durch die aparte Hügellandschaft, die mit Rapsfeldern, frisch gepflügten Äckern und tänzerisch anmutenden Obstbäumen das winter- und regenmüde Auge erfreute. Ziel war der Altowald mit der Altoquelle. Alto, ein Eremit irisch-schottischer Abstammung, soll im 8. Jh. dort gelebt, den Wald für seine Einsiedelei gerodet und eine Quelle zum Sprudeln gebracht haben. Aus der Einsiedelei ging später ein Benediktiner-Kloster hervor, das dann vom Birgittinnen-Orden übernommen und als Doppelkloster geführt wurde. An der Quelle im Wald angekommen, informierte uns eine Infotafel, dass die „echte“ Altoquelle unter dem rechten Seitenaltar der Klosterkirche in Altomünster entspringt und dort mehrere Brunnen speist – wir waren verwirrt. Heißt das, die Statue von Alto an einer Wasserquelle im Wald wurde nur für Wanderer errichtet?

Wir grübelten jedoch nicht lange, sondern wanderten auf Wald-, Wiesen- und Feldwegen weiter, genossen den Panoramablick von einer Ahorn bestandenen Anhöhe auf Altomünster und Umgebung und folgten vorbei an Streuobstwiesen und Bienenvölkern dem kleinen Hungergefühl, das uns in den Brauereigasthof führte. Wir kamen kurz nach 14 Uhr an und mussten mit einer Brotzeitkarte vorliebnehmen, da das Mittagessen von anderen Besuchern schon vertilgt war und es jeden Tag neu gekocht wird. Aber auch das kleine Angebot im Bräustüberl konnte sich sehen lassen, die Bierwürstel auf Kraut in reichlich Sauce und Fleischpflanzerl mit Kartoffelsalat waren ein Gedicht. Mir schmeckte dazu das Landlerbier, eine dunkle Weiße von Maierbräu. Nach dem Essen besuchten wir noch die Klosterkirche St. Alto und St. Birgitta. Rechts hinter dem Eingang markiert eine Lourdesgrotte die echte Altoquelle, der Hauptkirchenraum hat schöne blaue Kirchenbänke und erstrahlt ansonsten in überbordendem Rokoko. Zum Schluss gönnten wir uns noch ein Eis und ein Sonnenbad auf einer Treppe am Marktplatz, bevor uns die S-Bahn zurück nach München brachte. Die Wanderung mache ich sicher noch mal: Immerhin gibt es im Ort noch eine zweite Brauerei mit Gasthof, die getestet werden muss.
Blick auf Altomünster

 

Vom Pflegersee zur St. Martinshütte

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Nach einem gefühlten Jahr Winterstarre (nicht nur jahreszeitenmäßig) rief an diesem schönen Frühlingswochenende endlich mal wieder der Berg. Eine gute Freundin und ich folgten dem Ruf und fuhren über die Garmischer Autobahn Richtung Reutte. Unser Ziel war der Pflegersee, von … Weiterlesen

Ein Buch kann eine Brücke sein

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Hier kommt er wieder, mein fast alljährlicher Tipp für kurzentschlossene Bücherfreunde: Am Samstag, 4.3.2017 steigt in Gröbenzell erneut der große Bücherflohmarkt. Für mich ist es eine schönen Tradition dort auf den Startschuss um Punkt 10 Uhr zu warten, um dann … Weiterlesen