Besuchsreihe: Unbekannte Orte 2

Wenn ich durch den lauschigen Hofgarten flaniere, blicke ich gerne auf die Brunnen, die munter vor sich hinplätschern. Woher das Wasser für sie kommt, habe ich mich noch nie gefragt. Ich wusste nur, irgendwann in der kälteren Jahrezeit wird es abgestellt, die Brunnen verschwinden unter Holzabdeckungen. Am 10. September diesen Jahres (ja, ich schludere ein wenig mit meinen Blog-Einträgen) las ich im Programm zum „Tag des offenen Denkmals“ vom Hofbrunn(en)werk. Gegen 14 Uhr fand ich mich mit sehr vielen anderen interessierten Besuchern an den Hofgartenarkaden ein, wo wir fachkundig über die Geschichte des Hofbrunn(en)werks, das sich unter diesen Bögen neben der Staatskanzlei befindet, informiert wurden. Wie so oft waren es auch hier Bürger, die sich dafür einsetzten, das Werk nach seiner Stilllegung wieder flott zu machen, da es ein kleines technisches Wunderwerk ist, das im stillen Kämmerlein nun erneut zuverlässig seine Arbeit tut. Wir Besucher stauten uns ein wenig in den engen Räumen, jeweils 15 konnten einen Blick auf Turbine und die Pumpanlage werfen, die immerhin 400–600 Liter pro Minute bewegen. Wie ich hier lese, sorgt anscheinend ein Brunnwart für den reibungslosen Ablauf im Handbetrieb. Zu besichtigen ist das Hofbrunn(en)werk von Mai bis Oktober. Gelernt habe ich bei der Gelegenheit auch, wie die Wiese neben der Staatskanzlei Richtung Englischer Garten heißt: Nachdem das Wasser die Turbine durchlaufen hat, fließt es gen Nordosten unter der Harmloswiese durch.

 

Da ich schon mal am Tag des offenen Denkmals unterwegs war, sah ich mir noch eine andere Stätte mit einem beeindruckenden Arkadenhof an, die ich aus verschiedenen Filmen kannte. Allerdings hatte ich keine Ahnung, wo in München sie sich wohl befinden könnte: Es handelt sich um die Alte Münze, die nur ein paar Schritte vom Marienhof bzw. von der Maximilianstraße entfernt liegt. Heute hat das Bayerische Landesamt für Denkmalpflege dort seinen Sitz. Sehr gefallen hat mir die Installation im Treppenhaus, die Fragmente des Gussmodells für das Denkmal von König Max I. Joseph auf dem gleichnamigen Platz vor dem Nationaltheater roh und perfekt-unvollkommen zusammenfügt. Beim Hochsteigen der Stufen werden immer andere Perspektiven sichtbar, bis man schließlich – sozusagen – Einblick in den Kopf des Regenten erhält …

 

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