Die Hofflohmarktsaison …

… ist eröffnet! Den Auftakt machte Neuhausen, in den nächsten Wochen folgen viele andere Stadtviertel. Ich finde, es ist eine äußerst nette Art, München und seine vielen Bewohner kennenzulernen, übrigens nicht nur für MüncherInnen: Man kann ganz unverbindlich durch die Straßen und Hinterhöfe wandern, bekommt Einblicke in sonst verschlossene lauschige Plätze und nimmt die Stimmung der Leute in den einzelnen Kiezen wahr. Unterwegs gibt es hier und da Kuchen, Quiches, Bratwürste und jede Menge Getränke (nein, nicht nur Bier!). In Neuhausen habe ich mich sehr wohl gefühlt, ich kannte viele Ecken dort, weil ich früher in der Gegend gearbeitet habe. Zum Mittagessen sind wir oft rumgelaufen und haben verschiedene Kneipen und Restaurants ausprobiert. Unvergessen bleiben die spinatgefüllten Cannelloni in der Ysenburgstraße. Die konnten wir blind bestellen, die waren immer fein. Doch eines Tages NICHT: Der Koch hatte gewechselt … Und das Culinaria-Drama nahm seinen Lauf. Spaghetti mit Pesto wurden als Nudeln mit Sahnesauce serviert. Auf die Frage, wo denn das, wir sprachen mal das Offensichtlichste zuerst an, Basilikum sei, zeigte die Bedienung auf kleine graugrüne Stippen in der Sauce: Trockenbasilikum, hallo? (Ich stelle mir gerade vor, es hätte damals schon Instagram und Twitter gegeben und wir hätten Smartphones besessen …) Das Restaurant gibt’s anscheinend nicht mehr, seinen Nachfolger habe ich Samstag nicht ausgetestet, weil ich ja auf intensiver Schnäppchenjagd war. Vor lauter Jagdeifer habe ich  das Fotografieren komplett vergessen und kann nur – aber ziemlich stolz – meine Beute vorzeigen: Rock und Schal für insgesamt 7 Euro. Kann man nicht meckern, oder? Nächste Möglichkeit zum Spähen und Erhaschen bietet am kommenden Samstag dann das Viehhofviertel – viel Spaß!

 

Frühling, ja du bist’s!

Denkste, antwortete der. Ich bin schon groß und will direkt ein Sommer sein. Aha, auch eine Jahreszeit kann also in die Pubertät kommen und lässt’s dann mal anfallsweise so richtig krachen: Temperaturen bis zum Anschlag, stahlblauer Himmel, Asphalt zum Kochen bringen und für jeden die passende Schwitzattacke in der Hinterhand. Wie mit dem Halbstarken umgehen? Cool bleiben und möglichst früh am Morgen einen Ausflug auf die Theresienwiese machen: Genießen, dass es während des alljährlichen Riesenflohmarkts diesmal nicht regnet und man unterm Schirm schlottern muss. Hemdsärmelig von Schatten- zu Schattenoase hüpfen und sich verfluchen, dass man Sonnencreme und -brille vergessen hat. Sich ablenken lassen von Männern, die im Paillettenkleid singen und mit einer Regenbogenfrau tanzen, von blauen Rüschenvasen, gefallenen Engeln und Eiscreme, die am Himmel schwebt. Wohin du auch blickst, überall blinzelt dir das Riesenrad vom Frühlingsfest nebenan zu. Und hast du’s nicht gesehen, schon sitzt du in einer Gondel. Es geht gemächlich und dann immer schneller hinauf und wieder herunter, der laue, leicht staubige Sommerwind toupiert dein Haar und Mitreisende erklären dir die Bavaria: Steht rum und sieht gut aus – Bavaria’s Very First Topmodel!

 

Wieder unten holst du dir an einer der Fressbuden eine Stärkung. Nein, du nimmst keinen halben Meter Bratwurst, schließlich schlenderst du an Löwen und Pferden vorbei. König Ludwig rät mit gütigem Blick davon ab, dich hammermäßig durch die Luft schleudern oder an einem fragilen Regenschirm baumelnd aufspannen zu lassen (Denk an das Essen!). Du merkst, wie die Kräfte des Teenager-Sommers dich runterdrücken. Der freche Kerl hat dir noch einen kracherten Sonntag versprochen. Wenn es wieder so heiter wird, ist es besser, sich vorher ein wenig Entspannung zu gönnen. Durch die Gassen schieben sich die Massen, doch du fliehst ins Grün. Und am Montag hat sich das vorwitzige Sommerbürschchen wieder abgekühlt, wirst sehn!

Im letzten Schnee am Staffelsee

Bei uns im Voralpenland ist das ja so: An einem Tag ist noch tiefster Winter, am nächsten nahezu Hochsommer. Als Nachfahrin der berühmten Prinzessin auf der Erbse, die deren Kreislauf geerbt hat, ist das für mich nicht immer einfach. Doch ich raffe mich auf, lasse die wintermüden Knochen knacken und vergesse natürlich die Sonnenbrille, als es auf den ersten größeren Ausflug im Jahr an den Staffelsee bei Murnau geht. Im Blauen Land angekommen, haben wir die Wahl, uns auf den Drachenstich-Rundweg oder auf den Königsweg zu begeben. Als Prinzessinnen wählen wir eine individuelle Tour, die aber schon entlang des zugefrorenen Wassers führt. Beide erinnern wir uns an Zeiten, in denen wir über den See liefen, in einem noch härteren Winter mit tragfähigerer Eisdecke. Nachdem wir Laufschwung aufgenommen haben, bezaubern uns direkt die unfasslichen Landschaftsbilder: tiefanthrazitfarbene sowie weiße und blaue Töne in allen Abstufungen, davor beigefarbenes Schilf mit umbrafarbenen Wedeln. Es wundert mich nicht, dass die Maler der Künstlergruppe Blaue Reiter sich hier haben inspirieren lassen.

 

Als wir uns ein wenig vom Seeufer entfernen, werden wir — während wir fotografieren — von einem Wanderer gefragt, was es denn da zu sehen gäbe. Ich kann nicht umhin, ihm zu antworten: „Die für Bayern so untypische Weite.“ Der Mann stutzt, zuckt dann mit den Schultern und weiß anscheinend nicht wirklich, wovon ich rede. Ich wette, er lebt dort in der Gegend und empfindet diese Aussicht als völlig normal. Ich als Münchnerin hingegen bin komplett begeistert, kein einziges Haus oder irgendein anderes Gebäude zu sehen, soweit mein Auge reicht.
In solchen Momenten vermisse ich das Meer.

 

Besuchsreihe: Unbekannte Orte 2

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Wenn ich durch den lauschigen Hofgarten flaniere, blicke ich gerne auf die Brunnen, die munter vor sich hinplätschern. Woher das Wasser für sie kommt, habe ich mich noch nie gefragt. Ich wusste nur, irgendwann in der kälteren Jahrezeit wird es … Weiterlesen

Da bahnt sich was an …

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Gestern an der Theresienwiese, Testlauf der Achterbahn mit quietschlauten Bremsmanövern und vielen interessierten Zuschauern. Arbeitsames Gewusel auf dem gesamten, rundum eingezäunten Gelände. Es wird geschraubt, gehämmert, Elektrik verlegt, was das Zeug hält. Essensgerüche, ich schätze mal Ente mit Rothkohl, hängen … Weiterlesen

Bavarian Big Five

“Ich gehe auf Fotosafari in die Münchner Innenstadt.” “Na dann viel Spaß! Ich hoffe, du erwischst die Bavarian Big Five.” “Die was?” “Die fünf bayerischen Hauptattraktionen halt.” “Aha. Mal sehen, was mir vor die Flinte, äh, Linse kommt.” Hier das Ergebnis.

Und zwei konnte ich auf einen Streich erwischen. Allerdings nur als Symbolbilder.

Gegenvorschläge?

Der Wolf von Sendling

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Ein Hinweis für Kurzentschlossene: “Kunst in Sendling 2015″ lockt auch am morgigen Sonntag von 14–19 Uhr noch mit offenen Ateliers an 47 verschiedenen Standorten und 88 Künstlern. Eine Art Überblick über die KünstlerInnen bekommen Besucher im Katalog, aber auch in … Weiterlesen