Kirchen und Brezn

Nach einer längeren Auszeit (andere Länder haben auch schöne Berge) und einem erneuten Galerie-Umbau hinter den Kulissen (Dank noch mal an den Retter und Umgestalter) kann ich heute ein weiteres Bespiel in der kleinen Reihe “Kirchen und Brezn” vorstellen. Nachdem ich vor Jahren von der Brezn im Fresko der Heiliggeistkirche am Viktualienmarkt berichtete und der Padrone dareinst in Ingolstadt fündig wurde, jetzt also ein Fundstück auf mehreren Kirchenfenstern im Freiburger Münster. Doch was sind die Gebilde neben der Brezn, die in Baden-Württemberg “Brezel” heißt?

Nicht elegant, aber fein

Inspiration geht manchmal seltsame Wege. Letztens sehe ich in der Stadt einen Frozen-Yoghurt-Shop und denke, wieder ein Trend, den ich verpasst habe. Kurz darauf nehme ich aus der Kühltheke einen Sahnejoghurt für den Frühstückstisch mit. Weil ich ihn aber nicht mehr essen konnte, fror ich ihn ein – Frozen Yoghurt daheim, das musste doch gehen, oder? Und wie das geht – ich bin begeistert! Nach dem Testlauf mit Pfirsich-Maracuja kam heute ein 150 g Becher Erdbeerjoghurt für über zwei Stunden ins Tiefkühlfach. Dann pürierte ich eine Handvoll Erdbeeren, verfeinert mit etwas Sanddorn- und Bergamotte-Sirup, die hier schon etwas länger auf ihren weiteren Einsatz warten. Ich goss mir einen Erdbeerspiegel, stürzte den Frozen-Erdbeerjoghurt darauf und schmückte das Ganze noch mit ein paar Blättchen Zitronenthymian (mon amour!): köstlichst. Und so schnell und einfach zu machen, die Variationsmöglichkeiten sind unerschöpflich. Ich denke Himbeerjoghurt, Blaubeerjoghurt, Aprikosenjoghurt usw. und dazu die passenden oder harmonierenden Fruchtsaucen. Gehet hin und … probiert es aus!

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Kulinarischer Umschlagplatz

Meine Nachbarin und ihr Freund sind sehr junge Rentner, die ein Häuschen in Italien haben. Alle paar Monate verbringen sie eine Zeitlang dort, während ich ihre Post betreue und sie über Wichtiges auf dem Laufenden halte. Als Dankeschön bringen sie mir dann Pesto, Gnocchi, Pasta in allen Farben und Formen, getrocknete Steinpilze oder was ihnen sonst so einfällt mit. Dieses Mal waren es eine besondere Tagliatelle-Sorte und Cantuccini. “Kennst du die”, fragten sie bei den harten Mandelplätzchen. “Die kannst du kaum kauen.” “Ja”, sagte ich, “deshalb wurde der Vin Santo erfunden.” Sie waren überrascht, dass ich diesen Dessertwein kenne. Das allererste Kochbuch, das ich betreuen durfte, wurde von einer deutschen Italien-Koryphäe geschrieben, die mich in alle Geheimnisse der norditalienischen Küche einweihte – dabei war ich zu der Zeit selbst noch nie in Italien gewesen. Bald konnte ich nicht nur eine Reihe von Spezialitäten aufzählen und kochen, ich kannte auch ihren italienischen Namen. Kaum 20 Jahre später fiel mir auf, dass ich Vin Santo aber noch nie probiert hatte. Meine Nachbarn auch nicht. Zwei Tage später klingelte es an meiner Haustür. “Augen zu!”, forderte mich meine Nachbarin auf. Während ich versuchte, nicht durch Blinzeln zu schummeln, drückte sie mir eine Flasche in die Hand: Vin Santo! “Ich werd’ bekloppt!”, staunte ich. “Das wollte ich hören”, antwortete die Italienbegeisterte. Vorgestern goss ich mir dann ein Gläschen der goldenen Flüssigkeit ein und stippte ein paar Cantuccini hinein, die sich sofort damit vollsogen. Kurze Zeit später hatte ich einen Schwips, war aber noch in der Lage, meiner Nachbarin ein Foto mit meinem herzlichen Dank fürs Betrunkenmachen zu schicken.

Gestern Abend klingelte es mal wieder an der Tür: Der Mann vom Asialaden nebenan stand davor. In der Hand hielt er eine große Tüte mit zwei thailändischen Gerichten und einer großen Portion Reis. “Für Herrn F.”, sagte er. Der müsse noch unvorhergesehen eine Taxifahrt machen und habe ihn gebeten, das Essen bei mir abzugeben. Hm, dachte ich: “Bin ich denn ein Kiosk, oder bin ich etwa ‘ne Bank oder seh’ ich aus wie ein Hotel … ” Komm schon, hab dich nicht so, meinte die gute Seele in mir und lagerte die Lieferung auf der Anrichte im Flur. Eine halbe Stunde später stand ein hungriger, völlig erschöpfter Nachbar vor der Tür – und ich freute mich auf einmal wirklich von Herzen, dass er was zu essen bekam.
Füttern und gefüttert werden – das scheint hier gerade das Thema zu sein, nicht das schlechteste, finde ich.

Kirschblüte im Westpark

In Japan und China ist sie ein Großereignis – die Zeit der Kirschblüte. Der Anblick der rosa umwölkten Bäume entzückt, erfüllt und schmerzt zugleich – die Wucht der Schönheit eines Moments, zart und vergänglich. Ein Hauch davon ist im Westpark spürbar mit seinem Japan- und Chinagarten, ergänzt von der Thai-Sala und Nepal-Pagode. Diese grüne Oase – die ziemlich weitläufig ist und vielen Münchner den Garten oder Balkon ersetzt – entstand 1983 im Rahmen der Internationalen Gartenbauausstellung. Gerade der asiatisch angelegte Teil des Parks schenkt tiefe Ruhe und Besinnlichkeit. Überall gibt es die Möglichkeit zu rasten, das Auge schweifen zu lassen und sich an der Natur, aber auch an ihrer durchdachten Gestaltung zu ergötzen. Mir helfen die vielen unterschiedlichen Bilder, meine innere Quelle wieder aufzutanken. Oft vergesse ich, wie einfach das eigentlich geht und bin überrascht, wie selten ich es mir gönne – eine seltsame Art von Vergesslichkeit –, mich an diese schlichteste und doch gehaltvollste aller „Batterien“ anzuschließen.

Und direkt neben der Stille, die ziemlich gut abgeschirmt ist, tobt auf demselben Areal der Bär: Es wird Fuß-, Volley- oder Federball gespielt und über allem liegt eine leichte Holzkohle-Note. Denn mit den ersten Sonnenstrahlen beginnt im Westpark die Freigrillsaison, weshalb ein Teil der Grünanlage unter dichten Rauchschwaden verschwindet. Und auch wenn’s verführerisch duftet – mich zieht es zurück unter die Bäume und den Kirschblütenregen, in das Auge des Sturms.

Das Allgegenwärtige

Galerie

Die Frauenkirche ist das unbestrittene Wahrzeichen Münchens. Markenzeichen der Stadt ist jedoch etwas – wenn auch auf andere Art – ebenso Allgegenwärtiges: das Münchner Kindl. So wird der Mönch auf dem kleinen und großen Stadtwappen bezeichnet, der an das Kloster … Weiterlesen

Vom Fräulein zum Fräulein zum Fräulein …

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Manchmal fügt sich eins zum anderen und ergibt einen gar köstlichen Reigen. Und zwar so: Letztens habe ich mich näher mit einem adeligen Fräulein beschäftigt, wenn ich denn die Prinzessin Therese von Bayern so nennen darf. Anstatt zu heiraten (ihr … Weiterlesen

Bücherfreunde aufgemerkt!

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Wenn ihr in München oder im Münchner Umland wohnt, dann macht euch bereit: Am 8./9. März 2014 steigt er wieder, der Bücherflohmarkt in Gröbenzell. Wer sich so richtig ins Getümmel stürzen will und eher ein Jäger/eine Jägerin ist, der/die geht … Weiterlesen