Bavarian Big Five

„Ich gehe auf Fotosafari in die Münchner Innenstadt.“ „Na dann viel Spaß! Ich hoffe, du erwischst die Bavarian Big Five.“ „Die was?“ „Die fünf bayerischen Hauptattraktionen halt.“ „Aha. Mal sehen, was mir vor die Flinte, äh, Linse kommt.“ Hier das Ergebnis.

Und zwei konnte ich auf einen Streich erwischen. Allerdings nur als Symbolbilder.

Maßkrug & Brezn

Gegenvorschläge?

Ein Frühlingstag in Altomünster

Der Frühling ist dieses Jahr auf Teilzeit, deshalb sollte jeder sonnige Tag genutzt werden. Dieser Umstand führte uns, zusammen mit der Idee, sich mal ausgesuchte S-Bahn-Endstationsorte anzusehen, am Sonntag auf eine kleine, feine Wanderung nach Altomünster, nordwestlich von München gelegen. Es ging auf dem St.-Alto-Weg rund zwei Stunden durch die aparte Hügellandschaft, die mit Rapsfeldern, frisch gepflügten Äckern und tänzerisch anmutenden Obstbäumen das winter- und regenmüde Auge erfreute. Ziel war der Altowald mit der Altoquelle. Alto, ein Eremit irisch-schottischer Abstammung, soll im 8. Jh. dort gelebt, den Wald für seine Einsiedelei gerodet und eine Quelle zum Sprudeln gebracht haben. Aus der Einsiedelei ging später ein Benediktiner-Kloster hervor, das dann vom Birgittinnen-Orden übernommen und als Doppelkloster geführt wurde. An der Quelle im Wald angekommen, informierte uns eine Infotafel, dass die „echte“ Altoquelle unter dem rechten Seitenaltar der Klosterkirche in Altomünster entspringt und dort mehrere Brunnen speist – wir waren verwirrt. Heißt das, die Statue von Alto an einer Wasserquelle im Wald wurde nur für Wanderer errichtet?

Wir grübelten jedoch nicht lange, sondern wanderten auf Wald-, Wiesen- und Feldwegen weiter, genossen den Panoramablick von einer Ahorn bestandenen Anhöhe auf Altomünster und Umgebung und folgten vorbei an Streuobstwiesen und Bienenvölkern dem kleinen Hungergefühl, das uns in den Brauereigasthof führte. Wir kamen kurz nach 14 Uhr an und mussten mit einer Brotzeitkarte vorliebnehmen, da das Mittagessen von anderen Besuchern schon vertilgt war und es jeden Tag neu gekocht wird. Aber auch das kleine Angebot im Bräustüberl konnte sich sehen lassen, die Bierwürstel auf Kraut in reichlich Sauce und Fleischpflanzerl mit Kartoffelsalat waren ein Gedicht. Mir schmeckte dazu das Landlerbier, eine dunkle Weiße von Maierbräu. Nach dem Essen besuchten wir noch die Klosterkirche St. Alto und St. Birgitta. Rechts hinter dem Eingang markiert eine Lourdesgrotte die echte Altoquelle, der Hauptkirchenraum hat schöne blaue Kirchenbänke und erstrahlt ansonsten in überbordendem Rokoko. Zum Schluss gönnten wir uns noch ein Eis und ein Sonnenbad auf einer Treppe am Marktplatz, bevor uns die S-Bahn zurück nach München brachte. Die Wanderung mache ich sicher noch mal: Immerhin gibt es im Ort noch eine zweite Brauerei mit Gasthof, die getestet werden muss.
Blick auf Altomünster

 

Vom Pflegersee zur St. Martinshütte

Nach einem gefühlten Jahr Winterstarre (nicht nur jahreszeitenmäßig) rief an diesem schönen Frühlingswochenende endlich mal wieder der Berg. Eine gute Freundin und ich folgten dem Ruf und fuhren über die Garmischer Autobahn Richtung Reutte. Unser Ziel war der Pflegersee, von wo aus wir auf einem Wanderweg mit herrlicher Aussicht und von Schlüsselblumen, Veilchen, Buschwindröschen, Leberblümchen und Heidekraut gesäumt in 45 Minuten zur St. Martinshütte am Grasberg auf 1040 m aufstiegen. Es war nach langer Pause eine ideale Einstiegswanderung, wobei ich unterwegs eine neue Trendsportart entdeckte: „Buggy-Pushing“ (vulgo: Kinderwagen-bergan-Schieben). Sie scheint vor allem junge Väter anzusprechen, die auf diese Weise im Familienverbund ihren Bizeps stärken können (später sah ich, dass der Weg offensichtlich in einem Wanderbuch als familien- und kinderwagentauglich aufgeführt ist, was für alle stimmt, die ein wenig Trimmtraining nicht scheuen)!

Auf der gut besuchten Hütte labten wir uns am überwältigenden Bergpanorama sowie an Rostbratwürsten auf Kraut und bayerischem Wurstsalat. Auf unserem Rückweg fühlte ich mich zwischenzeitlich an die Krimis von Jörg Maurer erinnert, die ja in Garmisch-Partenkirchen und Umgebung spielen und oft Wanderszenen enthalten und von Wanderern in misslichen, spektakulären oder absurden Situationen erzählen. Wir hatten es bergab aber ganz behaglich, konnten den Trubel der Welt einmal komplett vergessen und uns erinnern, wie schön die Erde sein kann.
Wettersteinpanorama

Ein Buch kann eine Brücke sein

Hier kommt er wieder, mein fast alljährlicher Tipp für kurzentschlossene Bücherfreunde:
Am Samstag, 4.3.2017 steigt in Gröbenzell erneut der große Bücherflohmarkt. Für mich ist es eine schönen Tradition dort auf den Startschuss um Punkt 10 Uhr zu warten, um dann mit Gleichgesinnten in die große Sporthalle zu stürmen und in Sommerschlussverkaufs-manier zuzuschlagen. (Ich mache nur Spaß, obwohl mir dabei einfällt dass, ich ein solches Szenario  letzte Woche tatsächlich in einem Discounter miterleben durfte: Es traten mehrere Menschen mit Einkaufswagen gegeneinander an und rafften in Windeseile zusammen, was sie kriegen konnten. Nach fünf Minuten mussten sie an der Kasse stehen und wurden mit Applaus von Begleitpersonal bedacht, während alle anderen eher schlurfigen Samstagmorgeneinkäufer sich irritiert fragten, ob der Alltag inzwischen so langweilig geworden ist, dass auch der Lebensmitteleinkauf jetzt ein „Event“ sein muss.)

 

Also werde ich morgen in aller Seelenruhe, soweit das möglich ist, durch die Bücherreihen gehen, meinen Blick schweifen lassen und mich insgeheim daran erfreuen, dass immer noch gerne und viel gelesen wird, so viele Menschen Bücher als Brücke in andere Welten nutzen. Später wird unser netter Büchertrupp sich bei einer Gröbenzellerin treffen, die Schnäppchen vergleichen und staunen, wer womit wohin entschwebt.

ebb4

 

Hoch oben auf dem Prinzenweg

Galerie

Zugegeben, diese Wanderung habe ich bereits letztes Jahr gemacht. Aber jetzt in der hellsten Jahreszeit, die sich bei der momentanen Wetterlage stundenweise leider als winterdunkel entpuppt, denke ich oft und gerne an sie zurück: Der Mensch nährt sich ja auch … Weiterlesen

Juchhe auf der Ratzinger Höh’

Galerie

Vatertag und Sonnenschein: die besten Voraussetzungen für eine Jodelwanderung. Der rührige Erich Sepp hatte geladen und viele, viele kamen nach Letten, unweit von Bad Endorf, um von dort aus die Ratzinger Höhe über den schönen Chiemgauer Obst- und Kulturweg zu … Weiterlesen