Herzkasperl und Kofelgschroa

Drei Euro kostet der Eintritt zur Wiesn vor unserer Zeit – in unserer Zeit: 2010 zur 200-Jahr-Feier des Münchner Oktoberfests erstmals veranstaltet, fand die „Oide Wiesn“ heuer zum dritten Mal statt (2012 hatte das Zentrale Landwirtschaftsfest Vorrang). Für mich war es gestern der erste Besuch der gemütlicheren Wiesn-Variante. Auf dem Weg zum Mittagessen mit „Extra-Schmankerl“ im Herzkasperl-Zelt kam ich auf dem abgeteilten Gelände zunächst an verschiedenen alten und liebevoll gepflegten Kirmesorgeln vorbei. Sie hatten allerdings nicht so viele Bewunderer wie die noch dieselbetriebenen Landwirtschaftsmaschinen daneben, die laut knatternd und rauchend viele Männeraugen zum Leuchten brachten. Hell und freundlich ist es im Herzkasperl (der Name des Zelts ist übrigens unter anderem eine Hommage an den Schauspieler, Regisseur und Kabarettisten Jörg Hube und seine Paraderolle). Nach einer Runde durch den riesigen hopfengeschmückten Raum fand ich Ilse. Sie hatte nicht nur einen Platz für uns ergattert, sondern natürlich auch schon das „Extra-Schmankerl“ fotografiert: die Band Kofelgschroa, die um 13 Uhr auftreten sollte.

Bis dahin ließen wir es uns, inzwischen zu viert, bei Schweinsbraten, Schorle und „Flause“ gutgehen, nun ja, Ilse musste unbedingt die „Veganen ‚Käs’-Spatzn“ probieren, aber davon erzählt sie sicher selbst. Gegen 14 Uhr räumte die Blaskapelle Harmonie Neubiberg die Bühne und in Windeseile wurde die Technik für Kofelgschroa eingerichtet. Und dann legten die vier Jungs los: neue bairische Volksmusik vom Feinsten. Sie fängt scheinbar schlicht und einfach an und steigert sich dann ins Kraftvoll-Wilde. Es waren viele Fans da, die fast jedes Lied mitsingen konnten (vor allem „Wäsche“ und „14 Dog“), die Stimmung war freudig, ausgelassen, mitreißend. Ilse meinte, sie habe lange kein Konzert mehr miterlebt, bei dem ALLE die Band lieben. Und eine andere Besucherin flüsterte mir fast ehrfürchtig zu: „Dass bairische Musik so schön sein kann!“ Wie wunderbar, so etwas auf dem Oktoberfest der etwas anderen Art miterleben zu dürfen. Zum Nachtisch und als Ausklang sahen wir uns noch die ebenfalls aus der Zeit gefallenen Fahrgeschäfte an und die Gewichteschieberei an der „Dicken Berta“. Mein Fazit: siehe Foto unten.

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