Und kommt die süße Zwetschgenzeit …

… dann plündern die Männer und Frauen in Bayern Frischhefe aus den Kühltheken, schnappen sich das Nudelholz, tragen Steigen voller blauer Früchte nach Hause und backen Zwetschgendatschi. Alle Männer und Frauen in Bayern? Nein, ein Preißndirndl besinnt sich auf seine Herkunft aus dem Streusel- und Butterkuchenland und setzt – auch weil es ein wenig Heimweh hat –  eigensinnig einen Gegentrend. Ach, ehrlich gesagt, liebe ich Zwetschgendatschi auf Hefeteigbasis – aber letztes Wochenende war mir nach schnellen Ergebnissen. Und als Fan wirklich trockener, gerne auch knuspriger Kuchen, griff ich zu meinem Ruckzuck-Streuselkuchenrezept: Einfach 300 g Mehl, 150 g Zucker, etwas Zimtpulver locker mischen. Dann 200 g kalte Butter in kleine Stücke schneiden und mit dem Mehl-Zucker-Gemisch zu Streuseln verarbeiten. Ein wenig mehr als die Hälfte davon in eine gebutterte Springform geben, flach drücken. Früchte – in diesem Fall entsteinte Zwetschgen – daraufgeben, mit den restlichen Streuseln bedecken und bei 220 °C im Backofen 25-30 Minuten backen. So lange abkühlen lassen, wie man sich zurückhalten kann, Kuchen mit halb oder ganz steif geschlagener Sahne auftischen. Übrigens wird dieser Riesen-Streusel-Zwetschgenkeks am nächsten Tag innen schön saftig, bleibt aber außen kross.

 

Und dann waren da noch ein paar Zwetschgen übrig, gerade genug, um einen Zwetschgenröster zu machen. Wir Ostwestfalen würden vermutlich Kompott sagen, aber „Röster“ (das ist österreichisch, oder?) klingt doch gleich viel geheinmisvoller und „smakelijker“: 400 g Zwetschgen entsteinen, in einen Topf geben und mit 4 Esslöffel (braunem) Zucker bestreuen und 1 Stunde zugedeckt Saft ziehen lassen. Weil es farblich so schön passt, habe ich die Früchte dann – anstatt mit 2-3 Esslöffeln Wasser und Zitronensaft – mit einem ordentlichen Schuss Holunderbeersaft sowie einer halben Stange Zimt bei schwacher Hitze gar ziehen lassen. Das Ergebnis war ziemlich fantastisch, und tatsächlich schmeckt der Zwetschgenröster ab- und gut durchgekühlt auch noch einen Tag später. Er soll zu Rohr- oder Dampfnudeln gereicht werden. Als Mehlspeisenverweigererin habe ich ihn einfach so gegessen, das ging auch, gut sogar!

5 Gedanken zu „Und kommt die süße Zwetschgenzeit …

  1. Mmmhm bei diesem Zwetschgenfest wäre ich gern dabeigewesen.
    Ich gestehe dass ich – völlig unbairisch – lieber Zwetschenkuchen mag als Datschi. Da kommt deiner genau richtig. Ich hab neulich auch “Röster” gemacht, ist einfach was feines, allerdings mit Portwein statt Hollersaft…
    Übrigens ist nächsten Sonntag die “kirta” bei uns draußen in Obereichhofen, falls dir nach einer ordentlichen Dosis Bavarica ist!

  2. Also, liebe Preissndirndl, das hätte ich mir ja nicht gedacht! Wie kann man in Bayern Mehlspeisenverweigerin sein?? Häh?? Das geht doch gar nicht!
    Fingernudln, Dampfnudln, Rohrnudln, zig verschiedene Strudl, aufgezogner Milchreis, Griesschnitten, Semmelschnitten, Schmarrn in allen Variationen, Marillen-, Zwetschgen-, Quarkknödl, Reiberdatschi, Pfannkuchen… und soooo vieles leckeres mehr!
    …..irgendwo musst sogar Du schwach werden, oder??
    Ein Leben ohne Mehlspeisen – unvorstellbar! Und wenn es in Brasilien halt dann Bananenstrudl geben muss! Mehlspeisen gehen immer und überall!!
    Nix für ungut!

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