Ich seh’ den Sternenhimmel …

Wenn selbst die NASA ein astronomisches Ereignis als „jaw-dropping event“ bezeichnet, wird meine Neugier geweckt: Gestern küssten sich – sozusagen – Venus und Jupiter am westlichen Abendhimmel. Eine derartige Annäherung der beiden Planeten, aus Erdensicht, kommt höchst selten vor. Zwar war das Schauspiel auch mit bloßem Auge zu erkennen, aber ich dachte, das sei doch mal der perfekte Anlass für einen Besuch der Volkssternwarte, die einem das ganze mit ihren Teleskopen noch ein bisschen näherbringt. Eine ebenfalls astronomisch interessierte Freundin kam spontan mit und so fanden wir uns ab 21 Uhr über den Dächern von München auf der Plattform von Turm 4, einem ehemaligen Hochbunker, wieder. Zuerst ergötzten wir uns an der Aussicht – Mond über Neuperlach mit Alpenpanorama im Hintergrund –, um dem Erdtrabanten dann durch verschiedene Teleskope bis in seine Krater zu blicken.


Die ehrenamtlichen Mitarbeiter der Sternwarte – die man mit jeder Menge Fragen löchern durfte – zeigten uns auch das Tête-à-tête von Jupiter und Venus: Er hatte seine vier Monde dabei, sie kleidete sich in Halbschatten. Je dunkler es wurde, umso heller die Leuchtpunkte am Firmament: Mit dem größten Teleskop konnten wir sogar einen Blick auf Saturn werfen, dessen Ring deutlich auszumachen war. Als Laie stand ich natürlich etwas ratlos, aber auch ehrfürchtig, vor weiteren Highlights wie Vierer-Stern-Gebilden, das sind weit entfernte Sonnen, von denen sich je zwei umkreisen und die als Pärchen dann noch einen Gemeinschaftstanz aufführen. Doch so ein ziemlich direkter Blick ins Universum in dieser lauschigen Nacht war ein ganz großartiges Erlebnis, und auch der interessant verbaute Blick auf München und eins seiner Wahrzeichen, winzig klein in einer Art Architekturrahmen, hatte was.

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