Was will das Weib?

An dieser Frage soll sich ja Sigmund Freud 30 Jahre lang ergebnislos abgearbeitet haben. Jetzt frage ich mich: Warum hat er sich überhaupt diese Frage gestellt und wen meinte er mit „Weib“? Seine Mutter? Seine Frau? Seine Tochter? Seine „hysterischen“ Patientinnen? Die Idealfrau im Allgemeinen? Und hatte er schon im Kopf, was ein Weib wollen sollte und war eher an der Frage interessiert, warum sie das, was sie hat, anscheinend nicht will? Hat er die jeweiligen Frauen alle gefragt und 1000 verschiedene Antworten bekommen, was ihn dann noch mehr verwirrte? Oder hat er sie gefragt und KEINE Antworten erhalten? Lange Zeit war es für Frauen wirklich gefährlich, frei heraus zu sagen, was sie wollen und ist es in vielen Teilen der Welt immer noch oder womöglich wieder: Wenn andere die Herrschaft über einen haben, könnte das böse enden. Im glimpflichsten Fall wurden Frauen NUR ihre Ideen oder Erfindungen geklaut oder sie für ihre Eingebungen und Ahnungen lächerlich gemacht – oder aber ins Irrenhaus, ins Gefängnis gesperrt, getötet.

Bei den Recherchen zu meinem neuen Buch „Frauenpower made in Europe“ habe ich mich letztes Jahr mit einer ganzen Reihe von Frauenleben zu unterschiedlichen Zeiten, vom Mittelalter bis in die Jetzt-Zeit beschäftigt. Was alle Frauen wirklich durch die Jahrhunderte hinweg wollen, lässt sich am besten so zusammenfassen: Einfach Menschen mit Ecken und Kanten sein, wie alle anderen ihr Potenzial entfalten, es ungehindert ausdrücken und leben können, also in ihre Kraft kommen. Was ich spannend fand: Aufgrund der vielen Hindernisse, die Frauen zu überwinden hatten und haben, sind sie oftmals ungewöhnliche Wege gegangen, eben weil die „offiziellen“ Pfade ihnen nicht zugänglich waren. Und im Gespräch mit Freundinnen und vielen anderen Frauen habe ich festgestellt, dass sie das immer noch tun, es aber nur selten als eine Stärke ansehen. Doch abseits der Schnellautobahn eigene Spuren zu legen, eröffnet viel Freiheit und regt vielleicht andere Frauen dazu an, sich ebenfalls mehr ins Unbekannte, ins Erfinderische, in die „weibliche Wirklichkeit“ zu wagen – das ist kein Versagen, sondern eine besondere Form des Selbstausdrucks. Was muss dafür geopfert werden? Gefallen wollen oder müssen, lieb sein, männlich geprägte Vorstellungen von Weiblichkeit für die eigenen halten, selbst vor der eigenen Wildheit und Tiefe davonlaufen. Vielleicht ist es an der Zeit, dass Frauen sich selbst fragen, was sie wirklich wollen und darauf ganz unverschämt starke und ehrliche Antworten geben.

Alles

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Mit 19 las ich die Kurzgeschichte „Alles“ von Ingeborg Bachmann und war schwer beeindruckt. Darin glaubt ein werdender Vater DIE Lösung für gesellschaftliche Probleme gefunden zu haben: eine völlig andere Sprache muss her. Nur wenn ALLES anders benannt wird, wird … Weiterlesen

Frohes Fest!

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All meinen LeserInnen eine schöne Weihnachten und ein paar besinnliche Stunden und Tage unterm Baum oder wo auch immer. Wer über die Feiertage gerne einmal ein wenig Jodeln üben möchte, könnte hiermit anfangen. Eine Stimmlage zum Mitsingen findet sich da … Weiterlesen

Besuchsreihe: Unbekannte Orte 2

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Wenn ich durch den lauschigen Hofgarten flaniere, blicke ich gerne auf die Brunnen, die munter vor sich hinplätschern. Woher das Wasser für sie kommt, habe ich mich noch nie gefragt. Ich wusste nur, irgendwann in der kälteren Jahrezeit wird es … Weiterlesen

Bairisch mit dem MVV

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Oft sind es ja die kleinen Dinge, die mich unglaublich erfreuen: So hatte ich während der Wiesn-Zeit schon sehr viel Spaß an der MVG (= Münchner Verkehrsgesellschaft)-Fahrplaninfo-App. Sie zeigte bei der Suche nicht das übliche Warterädchen, sondern abwechselnd eine Brezn, … Weiterlesen

Croque Madame

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Was tut frau, wenn sie am frühen Abend Appetit auf einen kleinen Snack bekommt? Und dieser Snack partout ein Croque Monsieur sein soll? Sie checkt, ob sie alle Zutaten dafür im Haus hat bzw. welche Zutaten sie denn überhaupt brauchen … Weiterlesen

Ein Buch kann eine Brücke sein

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Hier kommt er wieder, mein fast alljährlicher Tipp für kurzentschlossene Bücherfreunde: Am Samstag, 4.3.2017 steigt in Gröbenzell erneut der große Bücherflohmarkt. Für mich ist es eine schönen Tradition dort auf den Startschuss um Punkt 10 Uhr zu warten, um dann … Weiterlesen

Höflicher Widerstand

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Eine der besten Absagen an Menschenverachtung und Fremdenhass, die ich je gelesen habe – klar, deutlich und dann noch – im letzten Absatz – eine fantastische angriffslose Abgrenzung: Danke Bertrand Russell und Letters of note!

Im Schlendergang

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Jodelwandern in der Partnachklamm, ein Ausflug nach Augsburg, eine Radtour zum Weßlinger See – all das habe ich nicht gemacht, aus reiner Feigheit vor dem Wetter. Oder vielmehr der Wettervorhersage am jeweiligen Tag. So verunsichert in meiner Entscheidungsfreude und Entschlusskraft … Weiterlesen